26. April 2018
 
 
 
 
ROBERT HALVER IN DEN MEDIEN
 
 
 
 
 
Der wöchentliche Kapitalmarkt-Ausblick von Robert Halver mit dem Titel "Eingetrübte Wirtschaftsstimmung als Menetekel für den deutschen Aktienmarkt?" - jetzt als Video-Kolumne auf meinem YouTube-Kanal. Diesen können Sie kostenlos abonnieren.

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DER MARKT UNTER DER LUPE
 
 
 
GRAFIK DER WOCHE
 
 
 
Nur Konjunkturdelle oder mehr?
 
 
 
Marktstimmung - Nicht „Sell“, sondern „Stay“ in May
 
 
 
Charttechnik DAX - Auf der Suche nach Klarheit
 
 
 
Der Wochenausblick für die KW 18 - Die Fed hält still
 
 
 
HALVERS KOLUMNE
 
 
 
VOLKSWIRTSCHAFTLICHE PROGNOSEN AUF EINEN BLICK
 
 
 
KAPITALMARKT AUF EINEN BLICK
 
 
 
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DER MARKT UNTER DER LUPE
 
 
 
Getrübte Wirtschaftsstimmung als Menetekel für den deutschen Aktienmarkt?
 
ifo-Daten lügen nicht: Die Stimmung im deutschen Industrie- und im Dienstleistungssektor trübt sich unvermindert ein. Der starke Euro, vor allem aber die harte Handelsrhetorik aus Washington leisten offensichtlich ganze Arbeit. Und tatsächlich ist in den nächsten Quartalen mit einer Konjunkturberuhigung zu rechnen. Auch die Unternehmensgewinne scheinen ihren Zenit überschritten zu haben. Steht dem Aktienmarkt damit fundamentales Ungemach bevor? Immerhin steht der berüchtigte „Sell in May and go away“-Effekt vor der Anlegertür.
 
 
 

Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse, Baader Bank
 
 
 
 
   
 
 
 
 
 
 
Eine Euro-Aufwertung um gut acht Prozent binnen Jahresfrist und die von US-Präsident Trump angezettelte Zolldiskussion halten die exportlastige deutsche Wirtschaft im Schwitzkasten. Die zum dritten Mal in Folge gefallene ifo Geschäftslage und insbesondere die jeweils zum fünften Mal in Folge eingetrübten Geschäftserwartungen und das Geschäftsklima sprechen für eine bevorstehende Konjunkturdelle.
 
Grafik: ifo Geschäftserwartungen, -lage und -klima
 
   
 
 
 
 
 
 
 

Rückenwind der Euro-Wirtschaft lässt nach
 
 
 
 
 
 
 
Mit Blick auf die nachgebenden Einkaufsmanagerindices lässt im Übrigen auch der Rückenwind der Euro-Wirtschaft nach.
 
Grafik: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes und Dienstleistungsgewerbe Eurozone
 
   
 
 
 
 
 
 
 

Gewinntrend deutscher Unternehmen weiter unter Druck
 
 
 
 
 
 
 
Und da nach Eintrübung der Konjunkturstimmung mit einer typischen Verzögerung von sechs Monaten nachgebende Unternehmensgewinne folgen, gerät der seit Jahresbeginn ohnehin bereits angeschlagene Ertragstrend deutscher Unternehmen weiter unter Druck. Tatsächlich haben einige Finanzanalysten ihre Gewinnaussichten für deutsche Unternehmen bereits gestutzt.
 
 
 
 
 
 
   
GRAFIK DER WOCHE
 
 
 
ifo Geschäftserwartungen und Gewinnwachstum deutsche Aktien (DAX)
 
 
 
Grafik: ifo Geschäftserwartungen und Gewinnwachstum deutsche Aktien (DAX)
 
   
 
 
 
 
 
 
 


Deutschland ist immer noch in der Boom-Phase

 
 
 
 
 
Nur Konjunkturdelle oder mehr?
 
Trotz dieser nüchterneren Konjunktureinschätzung ist ein Ende des Wirtschaftsaufschwungs jedoch nicht zu erwarten. Setzt man ifo Geschäftserwartungen und -lage zueinander in Beziehung, hält die „Boom-Phase“ an, wenn auch mit gebremster Dynamik. Immerhin erwarten die exportsensitiven deutschen Maschinenbauer 2018 ein Wachstum auf breiterer Basis und haben zuletzt sogar ihre Produktionsprognosen erhöht.
 
Grafik: ifo Konjunkturmatrix Deutschland
 
   
 
 
 
 
 
 
 

Kostenseitige Gewinnstabilisierung über Digitalisierung
 
 
 
 
 
 
 
Für einen scharfen Gewinneinbruch fehlen insofern die Zutaten. Ohnehin nutzen die Unternehmen die voranschreitende Digitalisierung, um über Restrukturierungen ihre Gewinne kostenseitig zu stabilisieren.
 
Grafik: Gewinnwachstum und Kursentwicklung deutscher Aktien (DAX)
 
   
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 


Die emotionale und rationale Betrachtung des Handelskonflikts




















Weniger Wachstum heißt auch weniger Inflationsdruck

 
 
 
 
 
Marktstimmung - Nicht „Sell“, sondern „Stay“ in May
 
An geopolitische Spannungen scheinen sich die Anleger immer mehr zu gewöhnen. Selbst die mögliche Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran seitens der USA bereitet keine übergroße Sorge. Wirkliche Panik ist ein rares Gut an den Aktienmärkten geworden. Der Handelskonflikt bleibt sicherlich ein markantes Anlegerthema. Doch sorgen versöhnliche Töne von rational denkenden Politikern für Entspannung. So hat zuletzt US-Finanzminister Mnuchin eine Einigung im US-Handelsstreit mit China in Aussicht gestellt. Unternehmens-Amerika müsste „mit der Muffe gepufft“ sein, wenn es bei Gefährdung seiner hoch optimierten Zulieferketten bei Vorprodukten nicht protestieren würde. Im Handelsstreit kommt es Trump jedoch vielmehr auf gesenkte Importzölle für seine Waren in der EU und China an. Die amerikanischen Außenhandelspartner werden Trump schon aus eigenem Exportopportunismus entgegenkommen, um so den Handelskrieg zu befrieden. Allerdings wird der US-Präsident das hoch emotionale Handelsthema bis zur Kongresswahl im Herbst noch ausgiebig „be-twittern“.

Sorge bereiten aktuell sicherlich Inflations- und Zinserhöhungsängste im Zuge der seit Anfang April sprunghaft angestiegenen Ölpreise. Die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen haben zum ersten Mal seit Januar 2014 die psychologisch wichtige Marke von drei Prozent überschritten. Charttechnisch betrachtet, befindet sich der nächste Widerstand bei 3,058 Prozent.

Doch ist der EZB die allgemeine Wirtschaftsabschwächung in der Eurozone nicht verborgen geblieben. Sie nimmt die Stimmungsverschlechterung gerade in den Exportbranchen sehr ernst, da diese den Aufschwung deutlich mitgetragen haben. Daneben begrenzt eine Konjunkturverlangsamung auch den vielfach befürchteten Inflationsdruck. Die EZB kann sich jetzt noch mehr Zeit mit ihrer verschärften Liquiditäts-, vor allem aber Zinspolitik lassen. War bislang Mitte 2019 mit einer ersten Leitzinserhöhung zu rechnen, dürfte sich diese nun nach hinten verschieben. Das Vertrauen der Aktienmärkte in die Konjunkturschmerz lindernde Geldpolitik zeigt sich in einer immer noch vergleichsweise schwachen Schwankungsbreite am deutschen Aktienmarkt.
 
Grafik: Volatilität im DAX
 
   
 
 
 
 
 
 
 

Der Kollateralnutzen von steigenden US-Zinsen
 
 
 
 
 
 
 
Überhaupt, der Kollateralnutzen eines Renditevorteils von US-Staatsanleihen gegenüber Anleihen der Eurozone ist die allmähliche Aufwertung des US-Dollars gegenüber Euro. Er bewegt sich bereits auf einem 8-Wochenhoch. Bei fortgesetzter Euro-Abwertung entfällt zunehmend einer der Hauptbelastungsfaktoren für deutsche Unternehmensgewinne. Zugleich wird eine relative fundamentale Stärke deutscher zu US-Exportaktien gestützt.
 
Grafik: Wechselkurs Euro/US-Dollar und Relative Wertentwicklung deutscher zu US-Aktien
 
   
 
 
 
 
 
 
 

Gewinnmitnahmen im Mai scheitern mangels Kurs-Masse
 
 
 
 
 
 
 
Im Hinblick auf Saisonalität muss für die deutschen Aktienmärkte die Börsenweisheit „Sell in May and go away“ kaum gefürchtet werden. Dazu fehlt der Kursgewinnpuffer, der sich in den ersten vier Monaten 2018 nicht aufgebaut hat. Gewinnmitnahmen zur Sicherung von Aktienrenditen scheitern mangels Masse.
 

Grafik: Saisonalität im DAX
 

 
Im Sommer ist vorerst mit einer Seitwärtsentwicklung im DAX zu rechnen, bis sich die Unsicherheit um die Zins- und Handelsangst verringert hat. Nach der Sommerpause ist dann wieder mit einer Erholung der Aktienmärkte zu rechnen. Regelmäßige Aktiensparpläne bleiben daher attraktiv.
 
 
 
 
 
 




 
 
 
 
 
Charttechnik DAX - Auf der Suche nach Klarheit
 
Die nächsten Widerstände liegen bei 12.489 und 12.524 Punkten. Kann der Index diese nachhaltig überschreiten, liegt das folgende wichtige Kursziel bei 12.651. Darüber nimmt der Index die Barrieren bei 12.722 und 12.951 Punkten ins Visier. Werden diese überschritten, sind Kursgewinne bis zu den Marken bei 13.301, 13.443 und 13.526 möglich. Setzt sich die Konsolidierung fort und wird dabei die wichtige Unterstützung bei 12.450 unterschritten, ist vorerst mit Kursverlusten bis zur Marke bei 12.335, 12.232 und schließlich 12.162 Punkten zu rechnen.
 
 
 
 
 
 




 
 
 
 
 
Der Wochenausblick für die KW 18 - Die Fed hält still
 
In China zeichnen sowohl die offiziellen als auch die vom Finanznachrichtendienst Caixin ermittelten Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende und Dienstleistungsgewerbe ein stabiles Konjunkturbild.

In den USA gibt die Konjunkturstimmung für den Verarbeitenden- und Dienstleistungssektor auf hohem Niveau erneut leicht nach. Die Auftragszuwächse in der Industrie zeigen sich stabil. Freundlich fallen zwar die quantitativen Arbeitsmarktdaten aus, die aber mit Blick auf die verhaltene Qualität der Beschäftigungsverhältnisse nicht auf lohnseitigen Inflationsdruck hinweisen. Entsprechend wird die US-Notenbank den Leitzins auf ihrer nächsten Sitzung nicht weiter anheben.

In der Eurozone zeugen die BIP-Zahlen für das I. Quartal 2018 von einem gebremsten konjunkturellen Jahresstart. Diesem fehlt gemäß Erstschätzungen für April auch die Kraft für eine Inflationsbeschleunigung. Immerhin unterstreichen solide Einzelhandelsumsätze in Deutschland die robuste Verfassung der Binnenkonjunktur.
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse, Baader Bank
 
HALVERS KOLUMNE
 
 
 
Wird der steigende Ölpreis zum Spielverderber am Aktienmarkt?
 
Der Ölpreis hat Gemeinsamkeiten mit dem früheren VW Käfer: Er läuft und läuft und läuft. Allein in diesem Jahr ist Öl von seinem Tief um 20, seit Tiefpunkt 2017 bis heute um über 40 und seit Januar 2016 sogar um 170 Prozent gestiegen. Im Augenblick kommt aber auch alles zusammen. Zunächst hat sich die Opec bis Ende 2018 eine Förderbremse verordnet. Daneben sorgen ein mögliches neues Ölhandelsembargo Trumps gegen seinen Lieblingsfeind Iran und Fördereinbrüche in Venezuela geopolitisch für Hochpreisstimmung. Und jetzt spricht sich der J.R. Ewing unter den Opec-Ländern - Saudi-Arabien - sogar noch für weiter steigende Ölpreise von 80 bis 100 US-Dollar aus. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
 
 
 
 
 
 

Keine Perlen vor die Säue werfen
 
 
 
 
 
 
 
Mit hohen Verkaufspreisen wollen die Saudis einerseits ihren Staatshaushalt sanieren. Dieser hat wegen überbordenden Sozialleistungen und kostspieligen Reformprogrammen bereits angefangen, griechisch zu lernen. Andererseits will man beim Börsengang des saudischen Ölkonzerns Aramco 2019 mit hoch gedopten Ölpreisen auch einen gedopten Emissionserlös erzielen. Auch die Saudis kennen die gute alte Börsenweisheit, wonach man Perlen nicht vor die Säue werfen soll.

Den Rest der Öl-Hausse hat der Derivatemarkt erledigt. Nach dem Motto „The trend is your friend“ treiben dort immer mehr blutrünstige Hyänen die Beute, den Ölpreis, vor sich her.
 
Grafik: Spekulative Netto Long-Positionen auf dem Öl-Terminmarkt und Ölpreis, jeweils Brent
 
   
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
Aber auch die Metallpreise haben zuletzt - wenn auch weniger - angezogen. Neben dem Impuls vom Öl als ungekröntem Häuptling unter den Rohstoff-Indianern kommen sie zusätzlich in den „Genuss“ der amerikanischen Handelssanktionen gegen russische Aluminium- und Nickelproduzenten.
 
Grafik: Rohöl, Brent und Industriemetalle
 
   
 
 
 
 
 
 
 



Zinsen folgen dem steigenden Ölpreis wie Motten dem Licht
 
 
 
 
 
Die Leidensformel: Ölpreis hoch = Inflation hoch = Zinsen hoch = Aktien runter
 
Für viele Marktteilnehmer liegen mit der preistreibenden Unterversorgung bei Rohstoffen die Reißzwecken schon bereit, die die Finanzmarktblase zum Platzen bringen werden. Ja, manche sprechen sogar vom Ende des Bullenmarkts bei Aktien. Denn wenn die Inflation nachhaltig steigt, muss die Geldpolitik nach alter Väter Sitte die Zinsen ordentlich erhöhen. Damit wird das langjährig verabreichte geldpolitische Aktien-Aphrodisiakum auf einmal zum Aktien-Gift. Tatsächlich zeigt der Preisruck bei Öl am US-Staatsanleihemarkt längst Wirkung. Die Renditen folgen dem steigenden Ölpreis wie die Motten dem Licht.
 
Grafik: Ölpreis, Brent und Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen
 
   
 
 
 
 
 
 
 




 
 
 
 
 
Wie nachhaltig ist die Preiserholung bei Rohstoffen?
 
Doch ist mittlerweile das von Opec- und Nicht-Opec-Ländern ausgerufene Ziel der Produktionskürzungen erreicht. Das Überangebot am Ölmarkt ist futschikato: Während im März die OECD-Ölvorräte nur noch 5 Mio. Barrel über dem 5-Jahresdurchschnitt lagen, waren es 2016 noch nahezu 400.
 
Grafik: Abweichung der Ölvorräte der OECD vom 5-Jahresdurchschnitt
 
   
 
 
 
 
 
 
 

So viel gefrackt wie jetzt wurde noch nie
 
 
 
 
 
 
 
Dass die Saudis jetzt weitere eigennützige Förderkürzungen anstreben, trifft nicht bei allen Förderländern auf Entzücken, obwohl sie zunächst zu höheren Ölpreisen führen. Die konventionellen Ölländer fürchten schleichende Marktanteilsverluste zugunsten der USA. Die aktuell hohen Ölpreise sind schon ein Himmelsgeschenk für die US-Fracking-Industrie, die bei weiter steigender Marge ihre alternative Ölproduktion gnadenlos ausweitet. So viel gefrackt wie jetzt wurde noch nie.
 

Grafik: US-Rohölproduktion und Ölpreis, WTI
 
Trump kommt aus seinen Freuanfällen gar nicht mehr heraus
























Nach Almauftrieb kommt der Almabtrieb
 
In ihrem World Oil Outlook beschreibt die Opec selbst das Horrorgemälde einer immer effizienteren amerikanischen Schieferölproduktion. Schon heute befriedigen die USA ihren Ölbedarf zu einem Drittel selbst. Bis 2021 wird eine Produktionssteigerung um ca. 60 Prozent erwartet. Dann würden die USA liebend gerne auch den Rest der Welt mit Fracking-Öl erquicken wie die Oase die Durstigen. Fracking ist keine zu verniedlichende Veranstaltung mehr. Zukünftig wird immer weniger die Opec, sondern Fracking zum Maß aller Ölpreise. Trump kommt aus seinen Freuanfällen gar nicht mehr heraus: Fracking bringt ausgerechnet Arbeitsplätze in der amerikanischen Provinz, wo seine treuesten Wähler wohnen.

Diesem gefrackten Siegeszug will Russland mit einer wieder erhöhten, konventionellen Ölproduktion
kräftig in die Parade fahren, selbst wenn dann der Preis für das schwarze Gold wieder sinkt.

Ebenso ist am Nickel-, Zink-, Kupfer- und Bleimarkt nicht von anhaltenden Angebotsengpässen auszugehen, da die Produktion schon aufgrund der gestiegenen Preise anziehen wird. Das sind nun einmal die Regeln der Marktwirtschaft. Und ob Trump an den Sanktionen gegenüber der russischen Metallindustrie festhält, ist ebenso fraglich. Einerseits ist er launisch wie das April-Wetter. Wenn er dem nordkoreanischen Machthaber mittlerweile gute Charakterzüge unterstellt, ist es für ihn nur ein winziger Schritt, Putin bald als Busenfreund zu bezeichnen. Und andererseits hat er schon aus Wettbewerbsgründen ein Interesse an günstigen Vorproduktpreisen für seine Industrie, z.B. Automobile.

Insgesamt sind die aktuell hohen Rohstoffpreise nicht gerechtfertigt. Es baut sich derzeit Preiskorrekturpotenzial auf. Dieses wird seine Wirkung entfalten, sobald die fundamentalen Realitäten wieder eine Rolle spielen und sich die geopolitische Lage zumindest entspannt. Und dann kommt die schnelle Eingreiftruppe der Terminmärkte ins Spiel: So wie sie den Ölpreis ähnlich einem Almauftrieb einer Kuhherde auf die Bergweide gebracht haben, werden sie bei geänderten Marktbedingungen auch zügig den Almabtrieb erledigen.
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
Inflation - Wenn nicht jetzt, wann dann?
 
Schon jetzt haben die höchsten Ölpreise seit Ende 2014 keine Chance, die Inflationsrate wie noch früher nach den Ölkrisen 1973 und 1979 nachhaltig nach oben zu treiben. Öl ist volkswirtschaftlich wichtig, aber längst nicht mehr so wie noch in den 80er-Jahren.
 

Grafik: Ölpreis, Brent auf Euro-Basis und Inflationsrate Eurozone
 
Mario Draghi als Vater der Porzellankiste wird noch vorsichtiger

 
Sicherlich könnte sich wegen der im Vorjahr gefallenen Ölpreise zwischenzeitlich eine gewisse Beschleunigung der Inflation einstellen. Doch da sich ab September 2017 deutliche Preisbefestigungen zeigten, wächst sich zum Jahresende hin der Preisschub im Vorjahresvergleich - unter der naheliegenden Annahme nicht weiter steigender Energiepreise - aus. Insofern wird die EZB über diesen vorübergehenden Preiserhöhungseffekt hinwegsehen und sich in Inflationstoleranz üben. Hierbei sollte auch die inflationskillende Wirkung von Globalisierung und vor allem Digitalisierung alles, aber nicht unterschätzt werden. Im Übrigen werden die zuletzt eingetrübten Frühindikatoren für die Eurozone die EZB nicht kalt lassen. Der eurozonale Aufschwung wird in den kommenden Quartalen an Schwung verlieren. Mario Draghi als Vater der Porzellankiste wird noch vorsichtiger.

Insgesamt haben steigende Ölpreise an zinspolitischem Schrecken für die Aktienmärkte deutlich verloren. Es sei daran erinnert, dass hauptsächlich eine lockere Geldpolitik die Backhefe für den Aktien-Kuchen ist.
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
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Redaktion:
Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG

Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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