09. Februar 2018
 
 
 
 
IN EIGENER SACHE
 
 
 
 
 
Liebe Leserinnen und Leser,

Die nächste Ausgabe von Halvers Kapitalmarkt Monitor erscheint am 23. Februar 2018.
 
 
 
 
 
 
ROBERT HALVER IN DEN MEDIEN
 
 
 
 
 
Der wöchentliche Kapitalmarkt-Ausblick von Robert Halver mit dem Titel "Ist die Happy Hour an den Aktienmärkten vorbei?" - jetzt als Video-Kolumne auf meinem YouTube-Kanal. Diesen können Sie kostenlos abonnieren.

Besuchen Sie auch meine Website www.roberthalver.de. Hier finden Sie regelmäßig neue Medien-Beiträge von mir zu aktuellen Themen rund um die Kapitalmärkte.

Einen weiteren aktuellen Marktkommentar mit dem Titel "Steigende Zinsen? Geldpolitik lässt jahrelange Lockerung nicht an die Wand fahren" finden Sie auf der Website von Der Aktionär TV.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
DER MARKT UNTER DER LUPE
 
 
 
Schwellenländer sind zwar keine Insel der Anlage-Glückseligkeit, aber…
 
 
 
In den Schwellenländern wird „Fundamentalismus“ groß geschrieben
 
 
 
GroKo, die Nächste - So rot war schwarz noch nie
 
 
 
GRAFIK DER WOCHE
 
 
 
Marktstimmung - Kein Strukturbruch: Das übergeordnete Fundamentalbild bleibt freundlich
 
 
 
Charttechnik DAX - Was kommt nach der Korrektur?
 
 
 
Der Wochenausblick für die KW 7 - Die US-Inflation spricht keine harte Zinserhöhungssprache
 
 
 
HALVERS KOLUMNE
 
 
 
VOLKSWIRTSCHAFTLICHE PROGNOSEN AUF EINEN BLICK
 
 
 
KAPITALMARKT AUF EINEN BLICK
 
 
 
WEITERE NEWSLETTER DER BAADER BANK
 
 
 
 
 
 
 
 
DER MARKT UNTER DER LUPE
 
 
 
Neue Sachlichkeit an den Aktienmärkten?
 
Die Einbahnstraßen-ähnliche Rekordjagd an den Aktienmärkten fand mit einer überfälligen Korrektur ein jähes Ende und auch die für Aktien untypische, fast schon verschwindende Schwankungsbreite ist schlagartig aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob sich die fundamentale Lage an den internationalen Aktienmärkten eingetrübt hat.
 
 
 

Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse, Baader Bank
 
 
 
 




 
 
 
 
 
Schwellenländer sind zwar keine Insel der Anlage-Glückseligkeit, aber…
 
Auch in den Schwellenländern hat die Schwankungsbreite von Aktien auf den höchsten Stand seit der US-Wahl im November 2016 zugenommen. Auch in den Emerging Markets war nach dem kaum noch einzufangenden Optimismus eine Flurbereinigung nötig. Doch eine weitere Asien-Krise ist nicht zu befürchten.
 
Grafik: Aktienmarkt und Volatilität Schwellenländer
 
   
 
 
 
 
 
 
 

Neue Systemrisiken in den Emerging Markets sind nicht in Sicht
 
 
 
 
 
 
 
Fundamental stützend für die Schwellenländer wirkt sich die Abkehr von der Strong Dollar-Politik aus, die von der US-Regierung mittlerweile unverhohlen betrieben wird. In diesem Zusammenhang ist weiterhin nicht von mehr als drei bereits eingepreisten Leitzinserhöhungen der Fed auszugehen. Somit ist eine aktienschädliche, markante Dollar-Aufwertung, die früher noch zu einer massiven Kapitalflucht aus Asien und Südamerika in die USA führte, nicht zu befürchten. Der Schuldendienst auf die mehrheitlich in US-Dollar aufgenommenen Kredite der Emerging Markets bleibt ohne Währungsverluste günstig finanzierbar. Neue Systemrisiken sind nicht in Sicht.
 
Grafik: US-Dollar, handelsgewichtet und Aktienmarkt Schwellenländer
 
   
 
 
 
 
 
 
 











 
 
 
 
 
In den Schwellenländern wird „Fundamentalismus“ groß geschrieben
 
Grundsätzlich ist die konjunkturelle Zuversicht in den Emerging Markets ungebrochen. Ihr Anteil an der weltweiten Wertschöpfung nimmt zu, auch weil sie bei der Digitalisierung ein gewichtiges Wort mitsprechen. Auch ein immer stärkerer Binnenkonsum trägt zum nachhaltigen Wirtschafts- und schließlich Gewinnwachstum bei.
 
Grafik: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe und Gewinnwachstum Schwellenländer
 
   
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
Dieses Gewinnwachstum stützt die fundamentale Aktienstimmung in den Schwellenländern deutlich.
 
Grafik: Gewinnwachstum und Kursentwicklung Aktien Schwellenländer
 
   
 
 
 
 
 
 
 

„Zukünftige Ex-Schwellenländer“
 
 
 
 
 
 
 
Im direkten Vergleich zeigen sich gemäß Kurs-Gewinn-Verhältnis Aktien der Schwellenländer deutlich günstiger bewertet als die aus den USA, der Eurozone oder Deutschland. Ihr Status als „zukünftige Ex-Schwellenländer“ verleiht ihnen Nachholpotenzial.
 
Grafik: Bewertungsvergleich (KGV) Aktienmärkte
 
   
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
Nicht zuletzt sind insbesondere die asiatischen Länder seitens der finanzpolitischen Bonität stabil aufgestellt. Mittlerweile brauchen Südkorea und China in puncto Ausfallprämien den Vergleich mit Italien und Portugal nicht zu scheuen.
 
Grafik: Ausfallprämien 5-jähriger Staatsanleihen Schwellenländer und Portugal, Italien, Deutschland
 
   
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 


Niemand hat die Absicht, unter Frau Merkel Minister zu werden












Reformen macht man in guten, nicht in schlechten Zeiten
















Deutschland ist dabei, seine klassischen Stabilitätshüllen fallen zu lassen und der Club Med freut sich

 
 
 
 
 
GroKo, die Nächste - So rot war schwarz noch nie
 
Deutschland wird bald wieder eine ordentliche und nicht nur geschäftsführende Bundesregierung haben. So weit, so gut. Doch dann haben wir es mit einer politischen Zwangsehe zu tun, die, damit sie nicht wie Glas zerbricht und ungewollte Neuwahlen drohen, sich in Verwaltung, Moderation und Mutlosigkeit übt. Eine Regierung hat aber nicht die Aufgabe, sich einen eigennützigen Gefallen zu tun und sich von gemeinnützigen Notwendigkeiten freizumachen. Narrenfreiheit wie im Karneval gibt es für das uns demnächst regierende Dreigestirn nicht.

Die geplanten massiven Mehrausgaben mit dem Gießkannenprinzip, die die volkswirtschaftlichen Fixkosten aufblähen, lassen Haushaltsdefizite zukünftig nur noch bei günstigsten Rahmenbedingungen vermeiden. Haushalte werden immer in den guten Zeiten ruiniert. Damit sind jedoch die notwendigen Zukunftsinvestitionen in Digitalisierung, Infrastrukturverbesserung und Bildung immer schwieriger zu finanzieren.

In der Europapolitik werden eine gigantische Umverteilungspolitik und der Aufbau einer Transferunion à la Macron als neue Europa-Euphorie gefeiert. Während also die großen Wirtschaftsnationen auf knallharte Wettbewerbsfähigkeit setzen, die auch zu mehr Beschäftigung und Wachstum führen, meint Deutschland und Europa in einer globalen Industriewelt eine reformbefreite Sonderrolle spielen zu können, bei der auch die sinnvollen Arbeitsmarktreformen der früheren rot-grünen Bundesregierung rückabgewickelt werden. Und das Ganze wird auch noch mit sozialer Gerechtigkeit umschrieben. Momentan geht es Deutschland verhältnismäßig gut. Aber Reformen zum Erhalt eines hohen qualitativen und nicht nur quantitativen Beschäftigungsstands macht man freiwillig in guten Zeiten, nicht gezwungenermaßen in schlechten.

Mit Verlaub, die neue Bundesregierung ähnelt einem Kegelclub, der seine aktuell prall gefüllte Vereinskasse im Rahmen eines verschwenderischen Ausflugs zügig verprasst, aber nicht weiß, wie man morgen und übermorgen die Miete für das Clubhaus bezahlen soll.

Wundert es da noch, dass die Renditeaufschläge portugiesischer, italienischer, spanischer und französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen nachgeben? Deutschland ist dabei, seine klassischen Stabilitätshüllen fallen zu lassen.
 
 
 
 
 
 
   
GRAFIK DER WOCHE
 
 
 
Risikoaufschläge 10-jähiger Staatsanleihen der Eurozone zu deutschen
 
 
 
Grafik: Risikoaufschläge 10-jähiger Staatsanleihen der Eurozone zu deutschen
 
   
 
 
 
 
 
 
 

Deutsche Unternehmen und auch ihre Aktienkurse sind ziemlich unabhängig von politischen Fehlentwicklungen im Inland

 
 
 
 
 
 
 
Verschlechterte Standortbedingungen sorgen deutsche Unternehmen hinter vorgehaltener Hand jedoch wenig. Sie können sich weltweit die attraktivsten Standorte aussuchen. Und die US-Regierung macht ihnen nicht zuletzt über die Steuerreform ein wirtschaftlich attraktives Angebot, das man kaum ablehnen kann. Aufgrund ihrer Mobilität sind deutsche Unternehmen und auch ihre Aktienkurse ziemlich unabhängig von politischen Fehlentwicklungen im Inland. Leider verfügen deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht über diese geographische Flexibilität. Sie müssen das akzeptieren, was ihnen (wirtschafts-)politisch geboten wird.

Ebenso in puncto Altersvorsorge, die eine tickende Zeitbombe ist, lässt man die Dinge weiter schleifen. Kleinrentnern wird nicht geholfen. Angesichts der Erwartung grundsätzlich niedrig bleibender Zinsen, sind Anlagestrategien auch über Aktienengagements steuerlich zu fördern. Nicht jeder ist Berufspolitiker und kann sich über ordentliche Pensionsansprüche freuen.
 
 
 
 
 


 
 
 
 




















Der Konsolidierungsdruck hat sich klar abgebaut

 
 
 
 
 
Marktstimmung - Kein Strukturbruch: Das übergeordnete Fundamentalbild bleibt freundlich
 
Auslöser für die von den US-Märkten ausgehenden Korrekturen sind die „Hysterie-Abteilungen“, die Terminmärkte. Deren Spekulanten schlugen in die bereits bestehende Kerbe von Überbewertung und Zinsangst. Die Gefahr von Kursverlusten führte wie ein Brandbeschleuniger zu immer größeren Kursverlusten, die auch von Algorithmen der Hedge Funds über automatisierte Verkaufssignale dynamisiert wurden.

Mit weiteren Beben ist jederzeit zu rechnen. Die Aktienmärkte sind auf der Suche nach einem neuen Gleichgewicht. Dieser Prozess wird einstweilen anhalten.

Zukünftig ist mit grundsätzlich höherer Volatilität zu rechnen. Das Wesen der Aktie als Risikopapier wird sich wieder verstärkt zeigen. Die Asymmetrie von einerseits unbegrenzten Kurschancen und einem an Sparbuch erinnernden Null-Risiko läuft aus.

Immerhin hat sich die überschwängliche Stimmung am US-Aktienmarkt als Kontraindikator für fallende Kurse abgebaut. Der Anteil der Optimisten am US-Aktienmarkt abzüglich des Anteils der Pessimisten hat sich deutlich in neutrales Terrain zurückgebildet. Der Konsolidierungsdruck hat sich klar abgebaut.
 
Grafik: Anteil der Optimisten am US-Aktienmarkt minus Anteil der Pessimisten
 
   
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
Insbesondere macht das Renditeumfeld keine Kehrtwende um 180 Grad. Aus der Rentenhausse, die eine Aktienhausse herbeiführte, wird keine Rentenbaisse, die die Aktienstimmung nachhaltig kippt.

Diese Einschätzung wird auch von den besonders sensiblen Hochzinsanleihen bestätigt, die in Phasen anziehender Zinsangst mit besonders heftigeren Negativreaktionen auffallen. Diese Dramatik ist aktuell nicht zu beobachten.
 
Grafik: Rendite europäische Hochzinsanleihen und 10-jähriger deutscher Staatsanleihen
 
   
 
 
 
 
 
 
 

Das fundamentale Bild bleibt freundlich
 
 
 
 
 
 
 
Vor allem aber bleibt das fundamentale Bild freundlich. So erreicht laut ifo Institut das Wirtschaftsklima in der Eurozone im I. Quartal 2018 den höchsten Stand seit Sommer 2000 und bewegt sich weiter in die konjunkturelle Zyklusphase „Boom“ hinein. Zuletzt hat auch der Euro wieder nachgegeben, was insbesondere die europäischen und deutschen Exporttitel stützt. Insgesamt ist damit auch das positive Gewinnszenario intakt.
 
Grafik: ifo Konjunkturmatrix Eurozone
 
   
 
 
 
 
 
 
 




Im Einkauf liegt der Gewinn
 
 
 
 
 
 
 
Im Vergleich zu den US-amerikanischen Indices haben die im letzten Jahr weniger stark performenden DAX & Co. ohnehin weniger Fallhöhe.

Im Übrigen sollten Anleger die Volatilität nicht per se als Feind, sondern als Freund betrachten. Denn ihr kann man mit regelmäßigen Aktiensparplänen gut begegnen. Wenn Kurse zwischenzeitlich fallen, erhält man bei gleichbleibendem Anlagebetrag mehr Aktienanteile. Bei wieder steigenden Kursen macht sich das kaufmännische Motto „Im Einkauf liegt der Gewinn“ positiv bemerkbar.
 
Grafik: Kursschwankungen DAX laut VDAX-New Volatilitätsindex
 
   
 
 
 
 
 
 
 




 
 
 
 
 
Charttechnik DAX - Was kommt nach der Korrektur?
 
Charttechnisch stößt der DAX auf dem Weg nach oben auf erste Widerstände bei 12.245 und 12.489 Punkten. Weitere Hürden liegen schließlich bei 12.722 und 12.951. Darüber liegen die nächsten Barrieren bei 13.063 und schließlich bei 13.152 Punkten. Kommt es zu weiteren Gewinnmitnahmen, liegt die nächste Unterstützung an der Marke bei 12.067 Punkten.
 
 
 
 
 
 




 
 
 
 
 
Der Wochenausblick für die KW 7 - Die US-Inflation spricht keine harte Zinserhöhungssprache
 
In den USA setzen die Einzelhandelsumsätze im Januar ihren Verlangsamungstrend fort. Gleichzeitig signalisiert die moderate Abwärtsbewegung des Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe der Philadelphia Fed, dass die konjunkturellen Bäume auch in Amerika nicht in den Himmel wachsen. Das spiegelt sich ebenso am US-Immobilienmarkt in Form stagnierender Baubeginne und -genehmigungen wider. Damit wird sich auch die US-Inflation zu Jahresbeginn schwächer zeigen und übertriebenen Zinserhöhungsphantasien der Fed entgegenwirken.

In Japan verdeutlicht ein etwas schwächeres Wirtschaftswachstum im IV. Quartal 2017, dass die Bank of Japan sich noch lange keinen Rückzug aus ihrer ultralockeren Geldpolitik leisten kann.

In der Eurozone finden die soliden Vorabschätzungen der BIP-Zahlen für das IV. Quartal 2017 Bestätigung. Vor allem die deutsche Wirtschaft dürfte über den Berichtszeitraum einen robusten Wachstumsbeitrag geleistet haben.
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse, Baader Bank
 
HALVERS KOLUMNE
 
 
 
In guten und in schlechten Zeiten - Die Hassliebe zwischen Renten und Aktien
 
Renten- und Aktienmärkte hängen zusammen wie Pech und Schwefel. Was die einen tun, lässt die anderen nicht kalt. Diese Beziehung konnte vor allem seit 2008 mustergültig beobachtet werden: Steigende Anleihekurse mit schwachen Zinsen, die anlagestrategisch fast schon an Körperverletzung grenzten, haben Aktien zu einer „alternativlosen“ Anlage gemacht. Die Blase bei Renten hat die Blase bei Aktien aufgepumpt. Wir haben es also mit doppelten Anlageblasen, mit dem doppelten Lottchen zu tun.
 
 
 
 
 
 
Der finanzwirtschaftliche Mainstream verliert den Glauben an die Rentenhausse





Rentenmarkt lässt sich von Konjunkturdaten beeindrucken wie ein Boxer vom Leberhaken
 
 
 
 
 
 
 
Doch verliert der finanzwirtschaftliche Mainstream offenbar den Glauben an die Rentenhausse. Die klare Zinswende scheint so unausweichlich wie ein ordentlicher Kater nach durchzechter Nacht. Es passt ja auch alles so schön zusammen. Die Weltkonjunktur läuft so gut wie seit sieben Jahren nicht mehr, die Schwellenländer haben sich eindeutig erholt, Trump hat mit seiner Steuerreform den Turbo in der US-Wirtschaft und beim Lohnkostendruck gezündet und selbst das lange krisengeschwächte Europa kann sich nicht mehr vor Wirtschaftswachstum retten.

Da ist eine scharfe Inflation doch nur noch eine Frage der Zeit, oder? Bislang hatte der Rentenmarkt verbesserte Konjunkturdaten stiefmütterlich vernachlässigt, wenn nicht sogar ignoriert. Doch neuerdings lässt er sich von ihnen ähnlich beeindrucken wie ein Boxer von einem Leberhaken. Selbst Hund, Katze und Maus scheinen der festen Überzeugung zu sein, dass der Anleihemarkt vom Bullen- in den Bärenmarkt gewechselt ist und aufgrund seiner Leithammelfunktion auch die Zinsstimmung in Europa und Deutschland kippt.
 
 
 
 
 
 







Ende der längsten Hausse aller Zeiten?
 
 
 
 
 
Bekommt die Rentenblase einen Platten, geht auch dem Aktienmarkt die Luft aus
 
Überhaupt, hat nicht alles einmal ein Ende? Der Renditerückgang von Anleihen, die Rentenhausse läuft schon seit 1981! Es ist die längste Hausse aller Zeiten.

Was der Rentenmarkt aufbläht, kann er auch wieder entblähen. Platzt die Rentenblase, rasieren steigende Renditen die Überbewertungen von Aktien und fordern über Kreditverteuerungen auch Tribut bei den Unternehmensgewinnen. Geht die Zinswende sogar in die permanente Verlängerung wie zuletzt bei GroKo-Verhandlungen, wird das, was die Aktienmärkte in den letzten Tagen erleben mussten, nur so etwas wie der Anfangsschmerz sein. Danach erlebt der Aktienmarkt das Schicksal eines alternden Boxers: Der letzte Kampf war einer zu viel.
 
 
 
 
 
 













Früher wurde Inflation von Notenbanken bekämpft, heute wird sie herbeigesehnt wie die Oase von der Karawane
 
 
 
 
 
Wie berechtigt ist die Zinswende?
 
Aber ist ein Inflationsausgleich auf die Renditen überhaupt gerechtfertigt? Denn nach Dur machen die Rohstoffe - vor allem Öl - zuletzt wieder auf Moll. Und der Schock des kürzlichen Anstiegs des Lohnwachstums in den USA auf den höchsten Stand seit 2009 verliert bei näherer Betrachtung viel an preistreibender Schärfe. Höhere Einkommen sind aus der gestiegenen Produktivität der Unternehmen gut bezahlbar und sprechen nicht für einen markanten lohnseitigen Inflationsdruck. Diesen behindern ebenso der international scharfe Standortwettbewerb und die zunehmende Digitalisierung. Wir haben es mit einem inflationsarmen Wirtschaftsaufschwung zu tun.

Interessanterweise zeigt sich auch die US-Notenbank über die Inflation besorgt, die trotz langjähriger geldpolitischer Happy Hour und weltkonjunkturellem Wiederaufstieg nicht anspringen will. Früher wurde Inflation von Notenbanken noch bekämpft, heute wird sie herbeigesehnt wie die Oase von der Karawane.

Tatsächlich kann aus etwas Inflation jetzt schnell wieder ein bisschen Deflation später werden. Dabei spielt auch die Bedrohung der Wirtschaft durch schlechte Aktienstimmung eine bedeutende Rolle. Wenn Zinsen steigen und damit Aktien fallen, kann sich ein nachgebender Vermögenseffekt verheerend auf die amerikanische Verbraucherstimmung und damit die US-Binnenwirtschaft auswirken, siehe 2008/2009.
 
Grafik: US-Aktienindex und US-Verbrauchererwartungen
 
Auch für die Fed ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste  
Jede deflationierende Erschütterung seitens einer restriktiven Geldpolitik muss also vermieden werden. Auch für die Fed ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste.
 
 
 
 
 
 


Die Notenbanken haben nicht 10 Jahre lang das Weltfinanzgebäude filigran stabilisiert, um es dann im 11. Jahr mit ihren dicken Hintern wieder einzureißen
 
 
 
 
 
Und dann gibt es da noch das Systemrisiko
 
Die US-Notenbank hat kein Interesse an übertriebenen Zinserhöhungen oder massiven Liquiditätsabzügen, die weltweit zu Platzangst in den Rentenblasen und damit einer Monster-Schuldenkrise führte. Diesen Thriller-reifen Showdown will niemand. Ohnehin möge man mir erläutern, wie die Quadratur des Kreises, die Gesamtweltverschuldung von etwa 250 Billionen US-Dollar mit höheren Kreditzinsen ohne Steuererhöhungen und ohne Sozialkürzungen geschafft werden soll. Jeder (Geld-)Politiker ist dankbar für das nach der Immobilienkrise wieder erreichte Niveau an Finanz- und politischer Stabilität. Diese Happy Hour nach der Euro-Krise werden natürlich auch die hohen Priester der EZB nicht aufs Spiel setzen. Das Schlimmste für Politiker ist unkontrollierbare Unruhe auf der Straße. Fed, EZB & Co. haben nicht 10 Jahre lang das Weltfinanzgebäude mit lockerster Geldpolitik filigran stabilisiert, um es dann im 11. Jahr mit ihren dicken Zinserhöhungs-Hintern wieder einzureißen. Ein Zurück zum alten geldpolitischen Stabilitäts-Biedermeier ist nicht mehr möglich. Daher müssen auch viele alte volkswirtschaftliche Weisheiten aus dem Elfenbeinturm überdacht und um realpolitische Einflüsse ergänzt werden.
 
 
 
 
 
 












Puff, Peng, Paff wird man an den Finanzmärkten nicht hören
 
 
 
 
 
Die große Entblähung der Rentenblase bleibt aus
 
Zur großen praktischen Zinswende kommt es also nicht. Allerdings wird die theoretische Zinsangst, die über große Worte der Notenbanken - wenn auch ohne große Taten - verbreitet wird, an den Anleger-Schuhen kleben wie Kaugummi. Die Schwankungsbreite an den Rentenmärkten wird sich aufgrund ihrer Liebesbeziehung auch verstärkt in Volatilität bei Aktien zeigen. Aber ist das nicht das Wesen des Risikopapiers Aktie? Über zwischenzeitliche Eintrübungen bei Aktien sollte man sich nicht grämen. Ihnen kann man mit regelmäßigen Ansparplänen gut begegnen. Denn im günstigen Einkauf liegt auch bei Aktien der langfristige Gewinn.

Entscheidend ist: Eine große Explosion an den Finanzmärkten - Puff, Peng, Paff - wird man nicht hören. Die Rentenblase wird nicht platzen und damit auch nicht die am Aktienmarkt.
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
VOLKSWIRTSCHAFTLICHE PROGNOSEN AUF EINEN BLICK
 
 
 

 
 
 
 
   
 
 
 
 
 
 
 
   
KAPITALMARKT AUF EINEN BLICK
 
 
 

 
 
 
 
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 

WEITERE NEWSLETTER DER BAADER BANK
 
 
 
 
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Klaus Stopp, Leiter Skontroführung Renten
Baader Bank AG
 
 
 
 
 
Baader Bond Markets
 
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Zentrale der Baader Bank in Unterschleißheim bei München
 
BAADER BANK
 
 
 
 
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Als Market Maker / Spezialist sind wir für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von ca. 860.000 Wertpapieren verantwortlich.
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Herausgeber:
Baader Bank AG
Weihenstephaner Str. 4
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Deutschland
www.baaderbank.de

Redaktion:
Robert Halver,
Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG
Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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